Es gibt verschiedene Modelle, Farben zu erzeugen. Die beiden wichtigsten sind RGB für die Darstellung an Bildschirmen, LCD- und LED Dispalys und CMYK für den Druck.

RGB (Additives Farbmodell)

steht für Rot, Grün, Blau

Grundlage ist hier die Dreifarbentheorie aus dem 19. Jahrhundert. Aus dem Licht der drei Primärfarben lässt sich jede andere Farbe mischen. Beispielsweise ist Gelb eine Mischung aus Rot und Grün.
Auf diese Art und Weise arbeiten bis heute alle Monitore und Displays.
Da die Farben aus Licht erzeugt werden, erscheint mehr Farbe heller. Alle Farben zusammen erscheinen Weiß, kein Licht erscheint dann logischerweise Schwarz.

CMYK (Subtraktives Farbmodell)

steht für Cyan, Magenta, Yellow und Key (Schwarz)

Im Gegensatz zum RGB-Farbmodell, der additiven Farbmischung, steht für den Druck die Kombination von Farben im Vordergrund. Auch mittels diesen Modells kann jede Farbe durch eine Mischung der Grundfarben erzeugt werden, allerdings handelt es sich hierbei nicht um Licht in Form von Elektronenstrahlen, sondern um Farbpigmente. Dementsprechend erscheint die Farbe bei zunehmender Mischung verschiedener Farben dunkler. Dabei wird bei der Mischung der Anteil jeder Farbe in Prozent angeben. Jede Farbe kann also 0% - 100% zu einem Farbton beitragen. Die Farbe Weiß wird in CMYK damit mit 0C/0M/0Y/0K gebildet. Alle drei Farben (Cyan, Magenta und Yellow) ergeben - anders als beim RGB-Farbmodell - schwarz. Da dieses Schwarz aber nicht als reines, brillantes Schwarz ausgegeben wird, wurde - um die Druckqualität zu erhöhen - das ehemals CMY-Modell um das K erweitert, das eben eine klare schwarze Farbabgabe ermöglicht. Außerdem kann so eine Überlagerung dreier Farben zur Erzeugung von Schwarz vermieden werden. Deswegen ist das CMYK-Farbmodell auch unter dem Begriff Vierfarbdruck zu finden.

Neben diesen beiden Standard-Farbmodellen gibt es noch eine große Anzahl weiterer Bezeichnungen, die einem bei näherer Betrachtung über den Weg laufen könnten.

Pantone

oder auch Pantone Matching System (PMS)

Das PMS ist als das Farbsystem überhaupt bekannt und berüchtigt, weil es eine verlässlich identische Farbgebung gewährleistet und dadurch einen länderübergreifenden Kommunikationsstandard schafft.

Aber beginnen wir beim Anfang:
Entwickelt wurde das international verbreitete Farbsystem 1963 von der Pantone LLC, einem amerikanischen Unternehmen, um eine universell anerkannte Farbsprache zu generieren.

Die einzelnen Farben (Volltonfarben oder Sonderfarben) - mittlerweile über 3.000 Stück - haben je ihre eigene Identifizierungsnummer. Wenn es sich um internationale Kampagnen, Stoffe in der Bekleidungsindustrie oder dem Wunsch einer hundertprozentig übereinstimmenden Farbgebung handelt, werden zum Beispiel oft PANTONE Volltonfarben herangezogen. Denn so ist die Einfärbung unabhängig von dem individuellen Farbempfinden des jeweiligen Grafikers, Art Directors oder Designers. Ein weiterer Verwendungszweck wäre denkbar, wenn die Farbe als Markenzeichen eine wichtige Rolle im Branding übernimmt: Wir alle kennen die "lila Schokolade", oder?

Ein kleiner Nice-to-Know-Faktor: Farben könnten theoretisch patentiert werden. Im Februar 2010 waren beim Deutschen Patent- und Markenamt 95 Farbmarken registriert, darunter das prägnante Tiffany-Blau, das sogar seinen eigenen Farbcode erhalten hat (Tiffany Blue).

Das besondere an einer PANTONE Farbe, auch Volltonfarbe, Sonderfarbe oder Schmuckfarbe genannt, ist, dass sie nicht allein aus Cyan, Magenta, Yellow und Key gemischt werden kann, sondern als eine (extra) Farbe im Falle eines Printproduktes aufs Papier gedruckt wird.

Die meisten PANTONE Farben können dennoch zumindest ansatzweise durch den Vierfarbdruck (CMYK) erzielt werden, was besonders bei schlichten Printprodukten ein großer Vorteil ist. So lassen sich den jeweiligen Sonderfarben ähnliche CMYK-Farbsimulationen gegenüberstellen.

RAL

steht für Reichs-Ausschuss für Lieferbedingungen

Der Reichs-Aussschuss für Lieferbedingungen - gegründet am 23. April 1925 - wurde ins Leben gerufen, um die Rationalisierung der Wirtschaft zu fördern.

Daraus ergaben sich sogenannte RAL-Farben: Normierte Farben, die besonders einer schnellen Kommunikation zwischen Kunden und Lieferanten (also zum Beispiel Unternehmen und Agenturen) dienen sollten.
Im Farbkatalog, dem RAL Classic, ist für jede Farbe ein bestimmter vierstelliger Farbnummercode reserviert, ähnlich der PANTONE Farben.

Interessant ist, dass die insgesamt 213 bestehenden Farbtöne auch Farben deutscher Großunternehmen beinhalten - wie zum Beispiel die Farbe Telemagenta (die Firmenfarbe der deutschen Telekom).

HKS

steht für den HKS-Warenzeichenverband e.V.

Wobei "HKS" selbst die Abkürzung der Gründungsmitglieder des Warenzeichenverbandes ist.

Auch die HKS-Farben haben ein ähnliches System wie PANTONE oder RAL.

Man spricht im Zuge von HKS-Farben von dem HKS-Farbfächer, der vom HKS-Warenzeichenverband ins Leben gerufen wurde. Er sammelt 88 Basisfarben und insgesamt 3.520 Volltonfarben.